Das iPad erobert den Bundestag
Kaum sind Tablet-PCs im Bundestag erlaubt, schon wimmelt es von iPads
Angefangen hat es mit dem FDP-Abgeordneten Jimmy Schulz. Der betrat im Juni das Rednerpult statt mit einem Manuskript mit einem iPad und löste eine Grundsatzdebatte aus. Denn bis dato waren Computer jeder Art im Plenarsaal verboten. Das klackernde Tippen auf der Tastatur, so die Begründung, störe die Debatte.
Bei einem Tablet-PC wie die dem iPad greift dieses Argument allerdings nicht, die Geschäftsordnung wurde angepasst und Tablet-PCs als Arbeitsmittel der Abgeordneten im Plenarsaal erlaubt.
Seither hat das iPad den Bundestag erobert. Wie der Spiegel berichtet, soll "fraktionsübergreifend mindestens jeder zweite Abgeordnete" ein iPad mit zur Sitzung bringen. Genutzt würden die Geräte für die Recherche im Web und zur Kommunikation via E-Mail.
Nicht jeder Abgeordnete ist von diesem Trend angetan. Zwar schwärmt der SPD-Abgeordnete Dieter Wiefelspütz, man könne fast glauben, Apple habe das iPad für den Einsatz im Bundestag entworfen, da es die Arbeit der Abgeordneten sehr erleichtert. Sein CUD-Kollege Wolfgang Bosbach sieht die Entwicklung allerdings kritischer. Manche Abgeordnete würden die gesamte Sitzungszeit auf den iPad-Bildschirm starren. Dass man dabei noch der Diskussion folgen könne, möchte Bosbach bezweifeln.
Abgesehen von der Faszination und der Zweckmäßigkeit eines iPads könnte es noch einen weiteren Grund für den iPad-Boom geben: Die Abgeordneten müssen ihr iPad nicht selbst bezahlen - der Anschaffungspreis werde, so der Spiegel, von der Bundestagsverwaltung erstattet.
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