
Von wegen "neu": Die angeblich geheime Datei ist schon längst in einem Buch dokumentiert. (Foto: Levinson.)
Forscher: Das iPhone-Tracking ist ein alter Hut
So neu ist die gestrige Neuigkeit gar nicht - sondern in Fachkreisen längst bekannt
Alasdair Allan und Pete Warden sorgten gestern für Unruhe im Apple-Lager. Sie hatten herausgefunden, dass das iPhone die Ortsdaten des iPhones über einen längeren Zeitraum in einer Datei namens "consolidated.db" speichert. Diese Datei liegt unverschlüsselt auf dem iPhone und wird beim Backup auch unverschlüsselt auf dem Computer abgelegt. Diese Entdeckung sorgte für Aufsehen und schnell geriet Apple als Big Brother in die Schlagzeilen.
Nun hat sich Alex Levinson zu Wort gemeldet, der sich seit Jahren mit der iPhone-Technologie und ihrer forensischen Nutzung beschäftigt
Levinson weist auf drei für ihn wichtige Punkte hin:
- Apple sammelt keine Daten: Die Daten liegen zwar auf dem iPhone bzw. dem Computer, aber es Netzwerkanalysen geben nicht den leisesten Hinweis darauf, dass diese Daten an Apple übertragen werden. Die Datei wird von allen Applikationen auf dem iPhone benötigt, die mit Ortsdaten arbeiten.
- Die Datei ist nicht neu und war nie versteckt: Die Ortsdaten wurden vom iPhone anscheinend schon immer gespeichert, die Datei hieß früher nur anders und war nicht so leicht zugänglich wie seit iOS 4.
- Die Datei ist in Fachkreisen längst bekannt: Im Dezember 2010 erschien das Buch "iOS Forensic Analysis" von Sean Morrisey und Alex Levinson. Auf den Seiten 335 f. erläutern die beiden Autoren die Datei "consolidated.db", ihre Struktur und ihren Einsatzzweck.
Bleibt das Problem, dass diese Daten unverschlüsselt auf dem Computer liegen und die Frage, warum die Daten nicht regelmäßig gelöscht, sondern anscheinend über Monate wenn nicht Jahre hinweg gespeichert bleiben.
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